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Mieser Nachbar 2.0

Streitigkeiten zwischen Nachbarn bleiben nicht länger eine Angelegenheit ihrer engsten Umgebung, sondern sind künftig für jedermann im Internet mitzuerleben. Viele Deutsche nutzen mittlerweile die Webseite eines US-Betreibers, um ihre Nachbarn zu verunglimpfen. Auch für Bielefeld beispielsweise gibt es unter www.rottenneighbor.com (in der deutschen Übersetzung etwa „mieser Nachbar“) die ersten Einträge. Die Anmerkungen sind auf Landkarten von Google Maps eingezeichnet – der Betrachter kann die Karte so lange vergrößern, bis er genau erkennt, wo das Opfer der Lästerei wohnt. Die sehr umstrittene und eher US-typische Option „Show SexOffenders“ rundet die Denunzianten-Welt ab.

Glaubt man den Statistiken von Alexa oder Google Trends, kommt ein Großteil des ohnehin nicht übermäßig üppigen Traffics auf Rotten Neighbor aus Deutschland. Daraus kann man unter anderem zwei Schlüsse ziehen: Entweder ist das Angebot längst tot und wird nur von einer medialen Erregung in Deutschland künstlich am Leben gehalten. Oder Rotten Neighbor bedient Bedürfnisse, die hierzulande besonders ausgeprägt sind.

Während rote Häuser auf dem virtuellen Stadtplan für schlechte Nachbarn stehen, markieren grüne Häuser gute Anlieger. Die sind – wenn man die Webseite als Maßstab nimmt – auch in Bielefeld naturgemäß deutlich in der Minderheit. Und Schildesche ist immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte des Grauens. Und soll es auch bleiben.

Ein Kommentar
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  1. […] lang nicht erreicht werden konnte. Auch heute ist der Dienst nicht erreichbar. Nicht dass wir den Miesen Nachbarn wirklich vermisst hätten. Die Frage ist nur, ob hier eine groß angelegte Netzsperre läuft. […]

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