Sterben in Bielefeld: Vergessen, verscharrt, verschwiegen
Von admin | 28. April 2009 | Kategorie: Familie | 2 commentsMeine heutige morgendliche Lektüre bei nw-news.de hat mich auf einen Skandal aufmerksam gemacht, den ich in einer angeblich familienfreundlichen Sub-Metropole wie Bielefeld nicht für möglich gehalten hätte. Wer keine Familie mehr hat und verarmt stirbt, dem bleibt eine Begleitung von Freunden beim letzten Geleit zum Grab verwehrt. Weil die Bürokratie das so will.
Berichtet wird über den Fall einer gläubigen Katholikin, die in aller Eile und ohne Begleitung ihrer Freunde irgendwo im Stadtgebiet anonym beigesetzt wurde. Das letzte Geleit zum Grab allerdings bliebt ihr versagt. Es ist kaum zu glauben, aber die Verordnung zu ordnungsbehördlichen Bestattungen schreibt das angeblich so vor.
Freunde und ehemalige Nachbarn erfahren nichts über den Verbleib der Verstorbenen. Hat sie ein kirchliches Begräbnis bekommen? Ist sie womöglich schon beigesetzt? Wo kann man wenigstens ein Gebet am Grab sprechen und dort eine Blume niederlegen? Aber es gibt von der Stadt Bielefeld keine Auskünfte.
Doch das alles ist nicht gewollt. Für die Beisetzung mittelloser Menschen, deren Angehörige nur schwer oder gar nicht ausfindig zu machen sind, ist der Umweltbetrieb der Kommune, in diesem Fall der Bielefelder Umweltbetrieb zuständig. “Wir sind gehalten, den Kostenaufwand möglichst klein zu halten”, erläutert der Betriebsleiter der Presse. In der Regel werde anonym bestattet.
Also wird ein Leichnam auch nicht in die Heimatgemeinde überführt, sondern in Bielefeld eingeäschert und beigesetzt. Ohne Trauerfeier. Das Argument der Behörde liest sich wie ein makaberes Horrorszenario aus einer entmenschlichten Zukunft: Sei der Platz der Grabstätte bekannt, müsse man davon ausgehen, dass dort häufiger Blumen abgelegt werden. Deren Entsorgung wiederum ziehe Kosten nach sich.
Eine weitere faule Ausrede gibt es noch obendrauf: “Wenn wir Angehörige im Nachhinein ausfindig machen und sie zur Zahlung auffordern, ist es nicht ausgeschlossen, dass sie uns unzulässige Kosten vorwerfen. Deswegen sind auch keine Trauerfeiern vorgesehen.” Der Behördenleiter lakonisch: “Gewiss eine unbefriedigende Sache, aber der Trend ist so in der heutigen Zeit.”
Ein Schicksal, dass durch politisch gewollte Altersarmut nach voriger Enteignung durch die ALG II Gesetzgebung für immer mehr ältere Menschen zum bisher unvorstellbaren Horror wird. Ein würdiges Begräbnis wird zu Privileg. Habe ich irgendwo den entrüsteten Aufschrei kirchlicher Verbände gehört? Noch ist es still…








Meiner Stieftochter ihren Vater war obdachlos und darum anonym begraben in Bielefeld. Er ist gestorben im august 2003 und mitgeteilt haben sie es uns erst Januar 2004. Ich habe meiner Stieftochter(23 Jare ) versprochen den Platz zu finden das sie wenigsten eine blume dahin legen kan aber krieg es nicht hin. Kan vileicht mir emanden Helfen ? Vielen Dank voraus
Vielleicht interessiert sich ein Lokalreporter der Neuen Westfälischen für diesen Vorgang. Schon mal in der Redaktion vorgesprochen?